Hitman

Hitman

Photobucketeben all den so genannten »Ego-Shootern«, welche Kinder- und Elternherzen gleichermaßen höher schlagen lassen, nur eben unter unterschiedlichen Gemütszuständen, wurde eines als ebenfalls recht diabolisch gebranntmarkt: Hitman.

Eines der Spielchen, die nicht unbedingt auf wahnwitziges Reaktionsvermögen und auf eine Dauerstarre im Abzugsfinger bauen, sondern das Alter Ego, in diesem Fall Herrn 47, etwas filigraner und feinsinniger durch die Gegend spazieren oder eher meucheln lassen. Und ihn damit in der Kategorie der »Stealth-Computerspiel« erheben. Natürlich besitzt man auch die Möglichkeit den edel gekleidet wie frisierten lautlosen Gesellen zum nächsten Rambo zu erheben und das Fadenkreuz in alter Shootermanier durch die Gegner sowie durch den potenziellen Kollateralschaden mähen zu lassen. Aber wer das macht, der verbringt seine Spielzeit in der Welt der Sims auch damit, seine Familienmitglieder auf jede erdenkliche Art und Weise aus dem Leben zu befördern. Und ist Sims deshalb jugendgefährdend? Kauft es der falsch gepolte Soziopathe möglicherweise, um seine Nachbar mitsamt ihrem Haus nachzubauen und um dann dabei zuzusehen, wie Hundchen verbrennt, Tochter verhungert, Vater ertrinkt und Mutter dem Wahnsinn verfällt. Ist möglich. Aber ich gebe zu, dass dieses nicht unbedingt zum Primärziel des Spieles gehört und sich dadurch auch die Bundesprüfstelle keiner Gewaltelemente bewusst war.

Warum dann aber derartige Spiele wie »Hitman«? Dessen erster Teil sich sogar mit einem Platz auf die Liste der Indizierung rühmen darf. Wobei doch dem Inhalt dieses Spieles ebenso viele Gewaltorgien folgen wie bei den Sims. Da jeder Dödel, der im postpubertären Wahn den Sensemann mimen will abgestraft wird. Sei es mit Negativkritik seitens der auftragsverteilenden Agentur, sei es durch schwächere Bezahlung, durch kürzere Überlebenschance oder was schwerwiegender ist, durch enorm reduzierten Spielspaß. Ich für meinen Teil kann mich an Aufträge erinnern, da segneten lediglich die Auftragsziele das Zeitliche. Und diese überstiegen selten die Dreiermarke. Ich wiederhole: Drei. All die bösen Tötmannspiele erreichen diese Marke schon bevor man überhaupt in den nächsten Bildschirm gelangt, die meisten sogar schon wenige Sekunden nach dem Abblenden des Ladebildschirms. Also wo ist hierbei diese kritisierte und verschriene Gewalt zu finden? In der Emotionslosigkeit? In dem kühl berechnetem Meucheln seitens Nummer 47? Möglich dass dieses den Kritikern sauer aufstößt. Es ist ja auch nicht nett, wenn man seinen Gegner erst betäubt, um diesen dann über die Brüstung zu hängen und fünf Meter nach unten segeln zu lassen oder in ein mit Krokodilen…oder waren es Alligatoren…überfülltes Gewässer schubst.

Ich gebe ja zu, dass dieses einen gewissen Grad an Gewalt beinhaltet. Auch die gerne benutzte Klaviersaite, die hierbei zum anschlagen anderer, geradezu erstickender Töne dient, könnte für Verstimmung sorgen. Dennoch geschied das alles auf dem Grad eigenen Kalküls. Man kann sich die Lederhandschuhe schmutzig machen, man muss aber nicht. Warum also diese Buhrufe? Wer hierbei exzessive Gewaltorgien feiert, der tut dieses auch bei anderen Gelegenheiten und wer nicht, der bleibt so oder so friedlich. Denn man kann bei Sims in seinem Horrorhaus die gesamte Nachbarschaft und alle Arbeitskollegen in das Verderben stürzen, wobei bei Hitman alleine die ganz bösen Jungs verunfallen. Da weiß ich doch, welches Gewaltspiel ich meinen Kindern nicht zumuten möchte.

[ Bilderquelle: Hitman Wallpaper ]

Hinterlasse eine Antwort