Vergessene Orte – Das Schweigen der Kälber
- März 25th März 2012
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otcha…war mein erster Gedanke, nachdem ich die Umzäunung hinter mir gelassen hatte. Auch wenn die laute Aussprache jenes Begriffes ein schlagartiges Gewitter aus Entrüstung und Ermahnung nach sich ziehen würde.
Zumindest scheint dieses Wörtchen innerhalb von youtube dem Lost-Place-Sentimentalisten wahren Tränen in die Äuglein zu jagen. Doch warum solche Anlagen ihrem Schicksal als Deponie überlassen und der Verrottung übergeben? Auch kein allzu ehrenvolles Ende.
Aufkaufen, den maroden Charme erhalten, das Gelände gemäß des Umwelt- und Nutzerschutzes absichern und ich gehe jede Wette ein, dass ein solches Areal ein Mekka solcher Freizeitkämpfer und Real-Ego-Shooter werden wird.
Doch wir leben ja in Deutschland. Einem Land, in dem man mehr als einen Kniefall mit Fußkuss machen darf, um überhaupt ein paar Aufblashindernisse in ein hermetisch abgeriegeltes Waldstück tackern zu dürfen. Ist das doch ein Kriegsspiel, die Keimzelle eines jeden Amoklaufes, die Brutstätte des soziopathischen Waffenfetischisten. Möglich, doch in einem Land, in dem meine Regierigen gelangweilt mit den Achseln zucken, während sich Schützenvereine in Kellerräumen von Schulen einnisten oder Wünsche äußern, dass schon jeder Drei-Käse-Hoch Mitglied werden können sollte, würde ich das Contra mal nicht so inbrünstig in die Medien wettern.
Doch wir leben in Deutschland, wohlgemerkt: zu Glück. Denn als ich mich hinter eine hüfthohe Stahlplatte gehockt hatte, um meine Kamera aus dem Tornister zu kramen, fiel mein Blick auf einen Sensor; an eben dieser Platte. Sicherlich eine Wegmarkierung, ein Kontrollpunkt des Wachschutzes. Bei dem mir augenblicklich Auszüge des Artikels »42 Stunden hinter Gittern« von Shan Darks schwarzem Planet in die Erinnerung zogen.
Ein derartiges Extrem der Gerichtsbarkeit wird einem hierzulande wohl kaum widerfahren, doch auf einen Besuch im Büro eines humorlosen Genossen Polizeiwachtmeisters habe ich dennoch wenig Bock. Derartige Erlebnisse aus meiner Jugend genügen mir noch immer völlig. Und das Wörtchen »Hausfriedensbruch« vermag ich auch ohne deren Hilfe buchstabieren zu können. Demnach also nichts provozieren… Mehr …




