Willkommen in Rapture, dem letzten Eden von ADAM und EVE.

Bioshock

Photobucketas passiert, wenn man den rustikalen Gebrauchsstil des Steampunks mit der Eleganz von fast schon monumentalem Art Déco mischt? Eine recht interessante Mischung. Zumindest wenn man es richtig macht. Aber was wird daraus, wenn man noch einen großen Schuss Wahn untermischt und diese Mixtur dann in eine Unmenge Meerwasser einrührt. Richtig: Bioshock.
Für mich ein Meisterwerk im Bezug auf Design und Atmosphäre. Vor allem aber auch, da ich ein Freund von Handlungen bin, die einen im Dunkeln tappen lassen, ohne dass es einem im ersten Moment so vorkommt und dann am Ende eine Lösung präsentieren, die rückblickend den trüben Schleier lichtet und die Geschichte in voller Klarheit absolut logisch erscheinen lässt. Zwei äußere Wehmuttropfen gibt es allerdings. Zum einen brauche ich wohl nur eines sagen: »Aufdruck« und die meisten werden erahnen, dass ich damit die Titelbildverschönerung meine. Zum anderen leider auch Punktabzug aufgrund der Belästigung des Käufers, welcher genötigt wird das Spiel und damit seinen Rechner ins Netz zu lassen. Da ohne die damit heruntergeladenen Spieldaten die Installation abgebrochen wird und sämtliche soeben installierte Daten zuvorkommender Weise gelöscht werden. Natürlich bin ich mir wohl bewusst, dass dieses eine reine Schutzmaße gegen diese Zunft der Schwarzbrennerei darstellt. Nur wundert es dann überhaupt noch einen, dass diese Mechanismen absolut sinnlos sind und mit dem Verkaufsstart auch schon die Gratisversion im Netz rumspukte. Ein Bioshock, das zudem völlig vergaß, dass es zum Spielen überhaupt auf eine Internetregistrierung bestehen soll. Bravo…

Aber ansonsten ist dem Spiel nichts anzukreiden. Ein ausgelotetes Maß an Gewalt –zumindest für Österreich und die Schweiz- eine Atmosphäre, die einen nur eines im Dauerton denken lässt »abartig geil« und im Großen und Ganzen übersät mit erfrischenden Ideen. Andererseits, was will man auch erwarten, wenn in die Fußstapfen von System Shock /2 getreten wird. Ein Spiel, bei dem ich mich erstmals dabei ertappte, wie ich vor dem Monitor versuchte mit um die Ecke zu schauen und mir dieses ewig bedrohliche Funken der Cyborgs tierisch an die Nieren ging. Nun gut, ich war damals noch etwas jünger, aber dennoch spricht das doch für die Atmosphäre des Spielchens. Auch wenn nun 2010 niemand der Grafikfetischisten mehr damit zu locken sein wird. Jedenfalls läuft das Spielprinzip in Bioshock genauso ab. Nach einer kurzen Einführung des Protagonisten sowie einer ungewollten Schwimmübung, rettet man sich in einen Leuchtturm; welcher natürlich zufällig gleich dort mitten im Atlantik liegt. Soll ja vorkommen. Jedenfalls nichts ahnend, dass man damit in das Portal der Unterwasserstadt Rapture tritt. Einer Stadt Ende der 50er Jahre, der man sich, in einer Taucherglocke sitzend und den städtischen Werbefilm bestaunend, unaufhaltsam nähert. Das nun folgende dürfte System-Shock-Veteranen geläufig sein. Man ist auf sich allein gestellt, um sich herum nichts als morbide und geistesgestörte Ansammlungen und einzig durch Botschaften wohl noch lebender bzw. Aufzeichnungen nicht mehr ganz so lebender Gesellen geleitet, erkennt man allmählich, dass die Hölle nicht aus Feuer besteht, sondern unter Wasser thront. Der weitere Wertegang des Protagonisten ist im Internet zur Genüge nachzulesen, dass muss ich jetzt nicht noch mal wiederholen.

Bioshock jedenfalls überzeugt mit mutig farbenfroher Bildgewalt ohne bunt und kitschig zu wirken. Verbreitet Grauen ohne seinen Humor zu verlieren und überzeugt weiterhin in Sachen Gestörtheit und Wahn der Gegner. Ebenso, wie in Steuerung und Logik des Ego-Shooters bzw. Rollenspiels mit den typischen Finde-, Bringe zu-, Mache kaputt-Elementen. Wer also nicht gerade unter Aquaphobie leidet oder wem selbst GTA IV bei Nacht zu gruselig ist, der sollte seine Finge davon lassen. Wer aber auf die oben genannten Stile steht. Wer sich gerne mit ADAM zudröhnt, um seine Gene auf Vordermann zu bringen oder wer einfach nur in ein hermetisch abgeriegeltes Land des Wahns abtauchen möchte, der ist hier vollkommen richtig und wird auf seine Kosten kommen. Leider ist das Spiel aus meiner Sicht dennoch nicht vollkommen. Denn es sehen einfach zu viele Gegner gleich aus. Gerade hier fiel dieses stark ins Gewicht, da es recht wenig Arten von Gegnern gibt. Es möge vielleicht an deren Auffassung von Schönheitschirurgie gelegen haben, dass sich zumindest die operationsgeschädigten Gesichter gleichen, aber man hätte wenigstens für die Haare oder Klamotten noch mehr Varianten bilden können. Denn bei ganzen Gruppen der so genannten Splicern (Rapturebewohner, denen der ADAM- und Plasmidenpool zu Kopf stieg) wird einem somit sofort wieder bewusst, dass es sich eben nur um ein Spiel ist. Aber was soll´s, es ist ja auch »nur« ein Spiel. Und einmal ruhig in der Ecke stehend dem kindlich vergnügten Treiben einer Little Sister und ihrem Big Daddy zugeschaut, wie sie »Fuchs du hast die Ganz gestohlen« singend mit einer übergroßen Spritze das Blut aus den Engeln zieht, entschädigt für ein Rudel Splicer-1-zu-1-Kopien. Im Prinzip wird das schon durch deren Selbstgespräche, gepaart mit den Klängen des Meeresbodens und dumpf dudelnden Grammophone, entschädigt.

Wikipedia antwortet: Bioshock
Deutsche Internetseite

Wärst du so freundlich, dir jetzt dieses Spiel zu kaufen.

[ Bilderquelle: http://ui19.gamespot.com ]

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