Projekt Hörsturz – Runde 14

Photobucketangen wir an mit meiner Runde 2 und der offiziellen Rund 14 von Projekt Hörsturz. Dieses schlägt gleich mit 5 aus 14 zu und da ich keine halben Sachen mache, werde ich mich auch allen recht gemütlich widmen. In diesem Sinne, lasst die Spiele beginnen. Aber zuerst, damit ich mich nicht selbst belüge oder gar in unbeabsichtigte Willkür verfallen, lasse ich die Punktedefinitionsskala in sichtbarer Reichweite:

0 von 5: Kein Kommentar So dekadent, dass ich weder darüber nachdenken will, noch mir dieses Stück oft und lang genüg anhören werde, um darüber nachdenken zu können.
1 von 5: Wenn es meine Freundin einmal im Jahr hören wollte, so würde ich nicht gleich mit Rausschmiss drohen. Sondern zusehen, ob ich in der Zeit nicht lieber woanders etwas Schöneres machen könnte. Zum Beispiel zum Zahnarzt oder Urologen gehen.
2 von 5: Ja, man gibt sich mühe und klingt auch nicht so schlecht, aber etwas fehlt. Nicht scheiße aber auch nicht gut. So wie die Note 4 eben. Potenzial vorhanden, aber Ziel nicht erreicht. Pech, kommt vor, wird das nächste Mal bestimmt besser.
3 von 5: Nett. Ich werde kein Fan, aber bereue auch nicht den Titel gehört zu haben.
4 von 5: Ich höre mir den Titel gerne noch einmal an, selbst wenn die Rezension schon steht. Reiche ihn auch im Schuhkarton rum und zeige ihn meinen Freunden oder erschrecke damit die Mädchen.
5 von 5: Album bestellt.

Captain Duff – From Coast to Coast (von Fini)
Stempelte ich es auch beim ersten Mal hören als »Proll-Rock« ab, so werden mir die Akkorde allmählich sympathisch. Und auch die Stimme, denn so ungefähr würde ich mir einen Jim Morrison im Metalrausch vorstellen. Ich würde mir zwar nicht das ganze Album geben wollen, aber dieses Stück im richtigen Umfeld mit der richtigen Laune ist doch recht erfrischend. Und geht weit über den Soundtrack zum Duff-Bier-Gelage hinaus, für das ich es anfangs hielt.
Somit für diesen Titel gesehen 3,5 von 5
Wir haben es mittlerweile den 16ten Februar und ich merkte, dass dieses ein Sickertitel ist. Je öfter man ihn hört, desto größer wird die Sympathie. Somit erweitere ich intern auf 4 von 5

Mele Kalikimaka – W.A.R 2008 (von dehkah)
Es schrubbt hektisch über die Gitarre, es brüllt und es trommelt ebenso hyperaktiv auf das wehrlose Schlagzeug ein. Jawohl, es ist Metal und somit nicht mein Fall. Ich werde wohl nie hinter die Klangästhetik jenes Genre steigen und somit auch nicht in diesem Fall.
Somit nur 1 hardcoremäßiger Metallstern von 5.

Tequila And The Sunrise Gang – The Great Awake (von beetFreeQ)
Tropico lässt grüßen. Wenn ich dort als El Presidente Ska oder Punk zulassen würde, könnte dieses womöglich dabei rauskommen. Da dieser Titel aber eine schöne Leck-mich-am-Arsch-Laune verbreite bekommt dieser 3 von 5 Punkten.

Bonfire – You Make Me Feel (von cimddwc)
Dieser Titel provoziert bei mir ja gerade zu überschwängliche Erinnerungen an die 80er Jahre. Und die Gestalten in dem Video sehen auch so aus, als seien sie dieser Zeit entsprungen. Aber hat was, auch wenn ich anfangs den Fehler machte und auf den Texte hörte und vor lauter Emotionsgeladenheit dahin schmolz. Aber netter Altmänner-Rock, nettes Echo im Gesang, nette Webseite und nette Frisuren -auch wenn diese aus der Wertung fallen- Von daher 4 von 5.

Trovaci – Paradies (von Sebastian)
Ist es Punk? Ist es Ska? Ist es Reggae? Laut Band wohl alles zusammen und zudem noch ein paar Krümel Balkan. Es ist zwar witzig, aber nicht mitreißend und vom Prinzip her auch nicht neu. Denn zu viele eingefügte Klangelemente kenne ich noch aus meiner Zeit als Anstandspunkkonsument. Wodurch ich bei recht unparadiesischen 2,5 von 5 Punkten wäre.

Dieser von der Pflicht und nun zur Kür…

Congested – Meltdown (von Kasumi)
Haben die sich schon einmal als Korn-Coverband versucht? Stellenweise mag ich Korn und stellenweise mag ich den Titel. Das Problem ist nur, dass meine Erwartung für einen musikalischen Höhepunkt nicht erfüllt wurde. Ich lauerte auf den Knackpunkt, doch dann endete dieses Stück abrupt. Schade. Ein bisschen weniger Metaltristes und etwas mehr Spannung und der Titel hätte gut werden können. Aber immerhin 3 von 5, würde ich sagen.

Dare Dukes – Kick And Holler (von beam)
Idyllisch, ruhig, fast schon schüchtern. Erinnert ein bisschen an gitarrezupfende Langhaarige oder angehende Sozialpädagogen. Angenehm finde ich bei dem Titel, dass die Musik ab der 2ten Minute, speziell ab 2:41 kraftvollere Töne anschlägt. Schade, dass es einen aber erst am Ende überrascht. Für mich ein angenehmer Titel, nicht aufdringlich, aber leider auch zu introvertiert. Somit 3 von 5.

Gjöll – Der erste Schnee (von Konna)
Und da war der Anfang so besinnlich gewesen. Dem Sänger empfehle ich zwei bis dreimal mit Sagrotan zu gurgeln, dass soll gegen derartige Frösche im Hals helfen. Und wenn der Knabe an der Gitarre auch im Takt geblieben wäre, so hätte es mir gefallen können. Aber so zitiere ich mich und sage erneut: 1 hardcoremäßiger Metallstern von 5.

In Veins – King Is Dead (von LemonHead)
Gegen die Musik habe ich nichts auszusetzen. Aber der Gesang. So schwach und leise, dass dieser vom stärker einsetzenden Schlagzeug bzw. der Gitarre schlagartig in den Hintergrund gedrückt wird. Und dort zu verschwinden droht. Das scheint dieser durch Sprünge auf der Tonleiter kompensieren zu wollen. Allerdings für mich nur mit mäßigem Erfolg, denn in meinen Ohren klingt das eher lästig. Aber nette Musik, daher 2,5 von 5 als Mittelwert.

Männerurlaub – Mir geht es gut (von Stoffel)
Hey…Anstandspunk…wie niedlich. Könnte allerdings auch VIVA entsprungen sein. Kann man hinsichtlich der Massentauglichkeit dieses Stückes als Kompliment sehen. Aber ich bin nicht die Masse und mir ist es leider zu unspektakulär. Reichte nur für 2 von 5.

Omnitah – Albträume (von Sir Donnerbold)
Es ist natürlich etwas anderes, ob man die Gruppe auf der Bühne zu hören bekommt oder die ausgetüftelte Studioversion vor Ohren hat. Daher will ich mir hierbei kein Urteil erlauben, denn ich weiß, wie stark sich beides unterscheiden kann.
Somit nehme ich mir einmal die Studioversion vor und muss sagen, für ein Lied für / gegen Alpträume ist mir das zu fröhlich. Aber es hat was. Auch wenn mir die Stimme der Sängerin stellenweise zu dünn ist, so passt es doch zum Titel. Ich werde nicht gleich Fan, aber ich habe es auch nicht bereut den Titel gehört zu haben. 3 von 5.

Thomas Western – Exile Song (von JuliaL49)
Der klassische Liedermacher mit Gitarre. Und er ist nett. Aber was sagt »nett« aus. Nichts. Sowie ich mich nach dem Hören anderweitig beschäftige, weiß ich schon gar nicht mehr, wie das Stück klang. Daher nur 2,5 von 5. Für 2 zu gut, für 3 aber zu unspektakulär.

Trashmonkeys – Song No. 1 (von Kamil)
Ähm nein. Nur 1 Affe von 5 Mülltonnen.

Wise Guys – Köln ist einfach korrekt (von Hirngabel)
Seit wann bieten »die Prinzen« das Besingen von Großstädten an? Ich finde es faszinieren, welche Melodien diese Herren a cappella fabrizieren. Dazu noch ein drolliger Test. Und auch wenn ich Köln für überbewertet halte, 4 von 5.

In diesem Sinne…

3 Gedanken zu „Projekt Hörsturz – Runde 14

  1. Interessante Bewertung. Ich frage mich zwar immer noch, wie die Wise Guys 4 Sterne ernten konnten, aber gut. Jedem das Seine. Ich halte A cappella für überbewertet :) Die Prinzen habe das Genre eindeutig versaut.

  2. Ich fand es drollig. Im Prinzip auch mehr wegen der musikalischen Leistung im Hintergrund, als nun vom reinen Text her. Und was »die Prinzen« angeht. Es soll ja eine längst vergangene Zeit gegeben haben, da hörte ich deren erste Alben und ging zudem auf zwei Konzerte. Aber über den Wahrheitsgehalt dieser Aussage dürfen sich später gerne meine Biografen und promovierte Kunsthistoriker streiten.

Hinterlasse eine Antwort