Der Barth ist ein Meister aus Deutschland…

Was habe ich in Unwissenheit für Frevel begangen. Was habe ich zu Unrecht gegiftet. Ihn als Bediener des Schabernackverlangens plumper Geister gescholten. Und doch überbringt er solch reine Prosa.

Ich gebe zu, dass auch ich anfangs blind und taub gewesen war. Auch auf die armselige Hülle hereinfiel, die einen solchen Schatz deutscher Dichtkunst vor dem unwürdigen Ohr zu verbergen weiß.

Doch Barth ist nicht einfach nur ein Kasper, der dem Auditorium Zoten antikster Geschlechterverwirrung zur Belustigung gereicht. Einem Publikum, das deren phallische Phase noch nicht überwunden zu haben scheint. Keineswegs. Er ist Poet, der auch vor der Fuge nicht zurückschreckt und ihr auf so sprachlich subtiler Weise neue Notenzeilen für deren Melodie zieht. Und davor ziehe ich wiederum meinen Hut…

Oder, ehrlicher gesagt, vor Christine Prayon. Denn Kleinkunst und Kabarett sind mir noch immer sympathisch als das Ulken von Proll-Männchen über die Beschränktheit ihres Bückstücks.

Post scriptum: Und fragt nun einer, wo der Unterschied liege, die Grenze zwischen seichter Comedy und schäumendem Kabarett:

Hinterlasse eine Antwort