3ter August 2011 – Sport ist Mord

Und zwar Seelenmord. Mentale Folter. Von der körperlichen Drangsalierung mal ganz abgesehen. Doch das schlimme ist, dass man sich den ganzen Blödsinn obendrein noch auf rein freiwilliger Basis antut. Letztendlich dafür bezahlt. Idiotie; wenn ich so darüber nachdenke.

Aber was soll´s. Schließlich hat man es als Gewichtheber nicht leicht. Wäre ja auch noch schöner. Denn was nützt einem das Ventil, das sich leicht verstellen lässt. Nichts. Würde es doch früher oder später dem Druck nachgeben.

Dennoch. Etwas anders stellte ich mir das Resultat schon vor, als ich mit dem Test anfing. Vorallem als die Trainingsplanumstellung und der recht stichhaltige Energiebedarf als Richtwert hinzu gekommen war.

Seit Monaten wird akribische Buchführung zum Thema Ernährung geführt. Wird Soll und Haben abgewogen, und zwar im wahren Sinne des Wortes. Seit einem knappen Quartal liegt mein Energietatbestand immer unter dem eigentlichen Soll. Beziehungsweise bei plus/minus Null. Trotz Training und trotz anderer Tätigkeit als faul vor dem Fernseher zu lungern.

Doch was hat sich seitdem vom gesteckten Ziel erfüllt? Nichts. Nothing. Nada, ne rien, niente, niets, nitschewo, nihil. In zwei Worten und zu Deutsch: »Einen Scheiß«
Sollte ich nun demoralisiert sein? Dezent. Mich von meinem Stoffwechsel verarscht fühlen? Definitiv. Doch drauf geschissen. Demotiviert bin ich jedenfalls nicht.

Denn ein jeder Optimist würde mich bei der Verwendung des Wortes »Nichts« rügen. Und auch der Realist in mir hat mit jener drastischen Wortwahl so seine Probleme. Denn immerhin wurde der Körperfettanteil um 0,1% reduziert. Jubel. Applaus.

Monatelanges Futtern mittels Handbuch, und inklusive statistischer Erhebung, für ignorierbare 0,1%. Ich gebe zu, dass mein Durchhaltevermögen und meine Konsequenz aufgrund diverser Ereignisse pausierten. Doch geschah dieses in einem Maße, das trotz allem einen größeren Zahlwert vor dem Komma geduldet hätte.

Dennoch, einen interessanten Nebeneffekt hat der ganze Spaß. Kraftsteigerung und zwar in merklichem Rahmen. Ganze 2 Kilogramm mehr liegen seit Mai auf der Waage. Fett ist es nachweißlich nicht. Aus dem Wachstum bin ich auch raus und die Haare werde meist nur kürzer als länger. Und zwei Kilo Lockenpracht muss man erstmal haben. Ergo: Das Gewicht resultiert aus Muskelgewebe.

Dass diese nicht von ungefähr kommt merkte ich schon. So wuchte ich nun beispielsweise beim guten alten Bankdrücken die klassischen 100 Kilo, während ich vor wenigen Monaten noch bei 90 zusammenbrach.
Doch was nützt ein Waschbrettbauch, wenn die Haut diesen weiterhin ins unscheinbare aufpolstert. Für den Bewegungsapparat natürlich so einiges, für den Selbstdarstellungsdrang allerdings kaum etwas bis gar nichts.

Welche Moral muss ich demnach daraus ziehen. Erstens: Alles scheiße außer mich. Zweitens: Ich werde wohl den Kohlehydratverbrauch straffer kalkulieren müssen und die Proteinzufuhr hochschrauben. Vorallem zur späteren Tagezeit zugehend.

Warum auch nicht. Wenn ich schon zu wenig saufe, um an einer Leberzirrhose zu verende, wenn ich schon durch andauernde Rauchabstinenz dem provozierten Lungenkrebs entgehe, wenn mir schon durch trainingsbedingten Zuckerabbau die übergewichtsbedingte Diabetes entfliehen kann, dann will ich wenigstens eines haben was mir im Alter an die Nieren geht.

Mehr oder weniger. Doch Eiweiß wird nun einmal über die Nieren abgebaut. Was dem Körper zuviel ist, spülen diese wieder raus. Allerdings leisten diese bei unbedachten Überschuss dann ganze Knochenarbeit. Soviel zum Thema »Je mehr Eiweiß, desto besser« Blödsinn. Ebenso ist es Blödsinn, dass man zum Muskel- bzw. Kraftaufbau fressen muss wie im Wahn.

Ausreichend essen: Ja. Durchdacht essen: Auf jeden Fall. Doch weniger die bloße Masse, sondern mehr die Inhaltsstoffe bedingen den Erfolg. Masse macht nur fett und dafür hänge ich keine 12 Wochenstunden im Studio und hantiere in der Zeit mit insgesamt einigen Tonnen Stahl…dahingehend müsste ich eh mal das aufaddieren, was die Woche so über meine Muskelfasern rutscht.

Wie dem auch sei, ich befürchte, dass ich den Ausdauerteil um einige Einheiten aufstocken muss. Dabei hält sich meine Begeisterung sichtlich in Grenzen. Vorallem bei dem Wetter und überhaupt und generell.
Gut, gegenüber früher Zeiten, bei denen ich im Schulsport die komplette Unterrichtszeit für läppische 1.000 Meter aufbrauchte und japsend ins Ziel stolperte, hat sich heute schon einiges getan. Aber nun jeden Tag zusätzlich die 8 Kilometer joggen, da wüsste ich mit der Zeit schon unnützeres anzustellen. Andererseits…

Ein Gedanke zu „3ter August 2011 – Sport ist Mord

  1. […]hänge ich keine 12 Wochenstunden im Studio und hantiere in der Zeit mit insgesamt einigen Tonnen Stahl…dahingehend müsste ich eh mal das aufaddieren, was die Woche so über meine Muskelfasern rutscht[…]

    Aus Spaß an der Freude addierte ich spontan die Werte aus meinem Trainingsbüchlein auf und kam auf gerundete 69 Tonnen. Recht solide für den gemeinen Wald- und Wiesentrainierenden ohne allzu große Ambitionen zum Schrankformat.
    Wobei, ein bisschen mehr kann schon noch her. Zumal jeder Lagerarbeiter mit vollem Körpereinsatz über diese läppische Zahl schmunzeln wird. Mit dem Unterschied, dass die sich dadurch kaputt machen »dürfen« …

Hinterlasse eine Antwort