Komm, wir denken uns ein Titelbild.

Fallout x

Photobucketerken Sie den Unterschied. Sehen Sie genau hin. Ich weiß, ich bin spitzfindig und mein Blick ist auch durch all die Fehlersuchspiele geschult, an denen ich in meiner Kindheit begeistert knobelte. Aber haben Sie den Fehler erkannt; ja. Stimmt, ich habe am rechten Rand des rechten Bildes einen ein Pixel breiten Streifen weggeschnitten. Ansonsten sind allerdings keine Fehler enthalten, schon gar nicht im linken Bild. Ein Querulant wer anderes denkt.

Oder stören Sie sich etwa an der Schmuckbanderole für Windowsfetischisten? Ich bitte Sie, woher sollte ich sonst wissen, dass jenes Spiel unter eben diesem Betriebssystem läuft. Wäre es nicht eine Zumutung es zu kaufen und erst zu Hause nach panischem Aufreißen der Packung und ungeduldigem Hochfahren des Rechners die Gewissheit zu bekommen. Zugegeben, man könnte sich bezüglich der Systemanforderungen auf der Rückseite informieren und dort auch den kleinen Vermerkt lesen: „Games for Windows“. Zumindest wenn er dort platziert werden würde. Wo er, meiner Meinung nach, auch hingehört. Aber was rede ich da. „Games for Windows“ signalisiert ja nicht nur schnöde, dass das Spiel unter Windows läuft. Sondern es sieht sich als Gütesiegel und klärt mich darüber auf, dass das Spiel besonders vorzüglich unter Windows läuft. Da kann man schon genug Eigenstolz erwarten, um sich von der ordinären Systemvoraussetzungsinformation abzuheben und sich über das Titelbild zu setzen. Man verstehe mich jetzt aber nicht falsch. Der Grundgedanke dessen hat schon seine Berechtigung, egal ob man zu dessen Nutzung genötigt wird oder nicht. Aber die Tatsache, dass dieser auferlegte Zusatz ebenso wichtig wie das eigentliche Spiel hingestellt wird, ist dreist. Wenn man bei Spitzfindigkeiten bleibt, so stellt sich dieser Zusatz sogar über das eigentliche Spiel. Denn jene Banderole dominiert als Blickfang und verdeckt sogar maßgeblich das eigentliche Titelbild. Eine Ohrfeige für den dahinter stehenden Designer. Es ist gut zu wissen, dass sich ab und zu besonnen und jene „Banderole“ wörtlich genommen wurde. Nämlich als umspannendes, aber separates Band. Und das funktioniert auch, wie zum Beispiel die Fallout 3 Lunchbox zeigt. Aber ich glaube, darauf gedruckt wäre diese auch verkaufsstrategischer Selbstmord gewesen.

Ansonsten, was fällt uns noch auf. Ach ja, ein etwas dezentes rotes Warnschildchen. Das unscheinbare Sicherheitswappen unserer Brüder und Schwestern der freien wie willigen, wenn nicht sogar freiwilligen, Selbstkontrolle. Fast schon hätte man es übersehen und sich den diabolischen Machenschaften eines gewaltverherrlichten Spieles hingegeben. Gewaltverherrlichten? In einer bundesdeutschen Version? Welch´ Pointe. Zum Glück sind wir nicht das einzige deutschsprachige Völkchen. Und zum Glück wissen unsere Nachbarn zum einen den gedruckten Hinweis diskreter zu halten und zum anderen trauen sie erwachsenen Menschen klaren Geistes noch Entscheidungsgewalt zu. Oha…schon wieder Gewalt. Wenn das nicht böse endet.
Das Beste wird sein, man löst die Sache ganz pragmatisch und gibt dem Design den verdienten Gnadenschuss. Das obere Drittel der Packung sollte somit der „Games for Windows“-Streifen komplett ausfüllen. Die restlichen 2/3 der Front kann dann das aufklärende FSK-Warnsiegel einnehmen. Das ganze noch einmal sicherheitshalber auf die Rückseite, denn es könnte ja sein, dass es jemand übersieht. Der Rest bleibt weiß, damit auch nichts von den wirklich wichtigen Informationen ablenkt. Spielnahme und Informationstext noch auf den Seitenstreifen platzieren und fertig. Wer braucht schon Titelbilder? Atmosphärisch anmutende Hüllengestaltung, am Liebsten noch mit Glanz, Reflexion, Hologramm oder Prägung. Also bitte, aus dem Alter ist man doch raus. Ein Spiel wird doch nicht der sinnlichen Freude dienen, sondern nur als Übungsstrecke für den nächsten Amoklauf bereitstehen. Davon einmal abgesehen sorgt das eh noch mehr für Verwirrung. Schließlich fragen sich schon zu viele, warum man im Handel für die Spielepackung soviel Geld ausgeben soll, wenn das eigentliche Spiel doch ganz unverbindlich im Internet zum bequemen wie kostenlosen Runterladen zur Verfügung steht. Eigetlich unlogisch oder. War es nicht früher einmal so, dass das Spiel zu kaufen war und die Packung quasi den kostenlosen Bonus darstellte. Oder irre ich mich jetzt völlig? Wie auch immer…

Es mag womöglich all jene nicht stören, die vor lauter Oberflächlichkeit die Packung nur in ihrer Funktion sehen, aber ich könnte mich stundenlang vor den Verkaufsregalen darüber aufregen. Am besten man blendet das ganze Spiel über das FSK-Siegel unten rechts ein. Damit man auch immer gewarnt ist. Und aller 15 Minuten läuft ein „Games for Windows“-Banner über den Bildschirm. Das wäre schön, dann würde ich auch nicht mehr gefahrlaufen stundenlang an einem Spiel hängen zu bleiben oder spontan zu vergessen in welchem Betreibssystem man sich gerade befindet. Schließlich erinnert einen ja nur der ab und zu eingefangene Virus oder Trojaner daran, dass man die ganze Zeit mit Windows arbeitet. Apple-Nutzer haben es da schon einfacher, denn die meisten werde permanent durch ihr Ego daran erinnert.

Um unserem Staate nun aber etwas dienlich zu sein und meiner Existenz eine gewisse Berechtigung zu geben, überlegte ich mir für ein paar Minuten eine Alternative zu den ursprünglichen Hüllengestaltungen. Denn ganz ehrlich, ich als ehrlicher Käufer übersehe noch zu häufig die lobenswerten Warnhinweise und muss dann verschreckt und noch im Zuge des ersten Schockes feststellen, dass das Spiel wirklich die in vorausgegangenen Artikeln beschriebenen Elemente der Gewalt, Brutalität und Unflätigkeit besitzt. War ich doch mal wieder so naiv gewesen und dachte, dass man mich mit den Bildern und den Rezessionen doch nur wieder veralbern wollte. Genug Schelme gibt es ja dahingehend. Aber nein. Das Spiel besaß wirklich so etwas wie Gewalt und ich habe es nicht gemerkt. Was war auch der Warnhinweis so dezent gewesen. Versteckt am untersten Rand der Packung und so winzig klein, dass man schon bis auf 5 Meter heran gehen musste, um es zu erkennen. Damit das somit nie wieder passiert. Damit man endlich beruhigt schlafen kann, versuchte ich diese Schwachstelle auszumerzen und stelle hiermit das neue Design vor. Dezent, aber dennoch eindringlich. Nicht zu dominant, aber dennoch erkennbar. Der Sache dienlich und doch ohne Unterdrückung des eigentlichen Titelbildes. Denn seien wir einmal ehrlich, dass wichtigste ist doch wirklich gut platziert…

fff

[ Bilderquelle: http://www.amazon.de| http://www.pegi.info | Eigenarchiv]

Ein Gedanke zu „Komm, wir denken uns ein Titelbild.

  1. Hey großer Blogger,
    schön, dass wir da auch einer Meinung sind und danke für den Kommentar. Den kannst du dir allerdings im Grunde sparen. Zum einen hast du vergessen deine Blog-Adresse anzugeben, zum anderen ist WordPress intelligent: Verlinkst du auf meinen Beitrag wird mein Blog automatisch darüber benachrichtigt und dein Beitrag wird bei mir als Trackback verlinkt. ;)

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