30ter Januar 2010 – Pom Pom

Nun scheint es wieder soweit zu sein. Meine Haare auf dem dämlichen Schädel sind nicht mehr kurz genug, um mir nicht auf die Nerven zu gehen. Aber lang genug, als dass es nicht bedauerlich wäre, mich in alter Tradition davon zu trennen. Schließlich mag ich es neuerdings, wenn sie entweder strähnig oder filzig von räudiger Verwegenheit zeugen oder in 40er-Jahre Manier nach hinten liegen. Allzu lästig ist es nur, wenn aus Mangel an Zeit oder Lust nichts von dem eintrifft, sich diese in bester Naturwelle um meine Stirn lege und mit den Spitzen in die Augen zielen. Ich frage mich, wie Emos das durchhalten…
Wäre ich nicht so angetan von den weißen Schläfen und Strähnen und wäre meine bessere Hälfte nicht von dem Schnitt begeistert, so hätte ich schon wieder genug Haare gelassen.

Aber schon seltsam. Seit ich selbst den Langhaarschneider ansetzte, so Mitte der 90er, ist es das erste Mal, dass ich über ein Jahrlang konsequent eine Frisur durchhielt und über drei Jahren ein und dieselbe Art der Rasur. Wenn man einmal von der 2-Wochen-Gesichtshecke absieht, die in letzter Zeit häufig mal durchkommt. Aber was soll der Aufwand, wenn es eh keinen interessiert.
Ist das alles ein Zeichen dafür, dass man alt und gediegen wird? Der jugendliche Selbstveränderungsdrang abebbt? Hat man keine Ideen mehr oder kann man doch irgendwann einen Stil finden, bei dem man denkt: passt. Letzteres ist möglich, der Rest eher unwahrscheinlich. Denn ich könnte aus einigen Frisuren meiner Vergangenheit schöpfen: Oomph!-Groupie-Streifen von 1-3mm Höhe (zu gern getragen, auch wenn es mit der Zeit recht aufwendig wurde), Stachelkopf, »jap. Kampfzopf« (ausrasiert), Dreads, Iro kurz, lang, breit, schmal, Iro mit Dreads, Igel, Bürstenschnitt, Kahlschlag von 0-2mm, mit Promade nach hinten, mit Lack zur Seite, mit Festiger nach vorn. Nur sehen die meisten Varianten von damals mit zunehmenden Geheimratsecken einfach scheiße aus.

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